Vamos a la Thaya

SIGHTSEEING | 05. Juni 2018

Die Thaya ist eigentlich nur ein kleiner Nebenfluss der March. Doch die Region im nördlichen Waldviertel hat in Sachen Natur und Geschichte viel zu bieten. Sie bildete im Mittelalter die nördliche Grenze des Habsburgerreichs, weshalb besonders viele Burgen aus der Grenzbefestigung bis heute erhalten geblieben sind. Im 20. Jahrhundert bildete die Thaya dann einen Teil des Eisernen Vorhangs und bis heute ist sie in einigen Abschnitten der Grenzfluss zur Tschechien.

In Sachen Natur ist besonders das Thayatal rund um Hardegg als Nationalpark unter Schutz gestellt. Hier konnte man sogar eine Population Wildkatzen nachweisen - auch Schwarzstörche, Fischotter und Elche haben sich in den romantischen Flusstälern rund um die Thaya und die Feste Kaja angesiedelt.

Wir waren für euch diesmal auf Erkundungstour rund um die Thaya im nördlichen Waldviertel.

Frühstückspension Schloss Drosendorf

Wer hat schonmal in einem mittelalterlichen Schloss übernachtet? Das Schloss Drosendorf an der Thaya bietet sich als optimaler Ausgangspunkt für eine Erkundung des nördlichen Waldviertels an. Um 88€ bekommt man ein geräumiges Doppelzimmer (Frühstück inklusive) - es werden auch Mehrbett- & Familienzimmer angeboten.

Man nächtigt dort zwischen den Ahnen der Grafen von Hoyos - Spitzenstein, die einst auf dem Schloss ihren Stammsitz hatten und in deren Besitz die heutige Bildungsstätte seit 1882 ist - in den Fluren hängen noch ihre Jagdtrophäen aus vergangenen Zeiten.


Schlossplatz 1, 2095 Drosendorf an der Thaya
 

Waldrappvoliere Waidhofen an der Thaya

Komische Vögel gibt es in Waidhofen an der Thaya - weil eins muss man ehrlich zugeben: sonderlich hübsch ist er nicht, der Schopfibis oder Waldrapp. Dafür sind die Tiere, die in der großen Voliere leben, umso spannender. Mitten im Stadtzentrum ist eine Voliere, die sich ganz dem Schutz der selten gewordenen Ibis-Art angenommen hat.

Im 17. Jahrhundert wurden die Tiere stark bejagt, weshalb man heute nur noch von 450 wild lebenden Tieren ausgeht. In Waidhofen steht eine der größten Volieren ihrer Art, die man nach telefonischer Anmeldung (0664/9493929) besichtigen und begehen kann. So kann man den seltenen Vögeln ganz nah sein. Die freundlichen und kompetenten Mitarbeiter erzählen gerne alles über ihre Arbeit und ihren Versuch, sie vorm Aussterben zu bewahren. Fütterungszeiten sind zudem täglich um 8.30 Uhr und um 15 Uhr.

Hauptplatz 6, 3830 Waidhofen an der Thaya
 

Nationalpark Thayatal

Heute gilt das Thayatal als romantisch. Doch bis zum Fall des Eisernen Vorgangs konnte man hier nur unter Lebensgefahr wandern, denn das kleine Flüsschen bildet bis heute in der Region die Grenze zwischen Tschechien und Österreich. Der Nationalpark Thayatal ist der kleinste der 6 Nationalparks in Österreich, dafür aber auch einer der Artenreichsten. Aufgrund der Lage an der Grenze zwischen trockenem und eher rauhem Klima gedeihen hier mehr als 50% der Pflanzenarten in Österreich und die seltene Wildkatze oder der Elch kommen als besondere Tierarten hier vor. Das Nationalparkzentrum bietet mit einem kleinen Restaurant und einer Ausstellung über Flora & Fauna des Parks einen optimalen Ausgangspunkt für eine Wanderung. Insgesamt 6 Wege sind auf der österreichischen Seite des Parks ausgeschildert, die sich gut zu einer ausgedehnteren Wanderung kombinieren lassen. Optimal für Familien geeignet ist der Hennerweg mit verschiedenen Lehrstationen über die Natur im Thayatal oder der Wildkatzenweg. Besonders romantisch ist der Weg rund um die einsam im Wald gelegene Feste Kaja, die gleichzeitig den westlichsten Punkt im Park bildet.

Merkersdorf 90, 2082 Hardegg
 

Ruine Kollmitz

Man kommt zu einer Burgruine, zahlt den Eintritt und bekommt erst einmal zwei Schlüssel in die Hand gedrückt: so beginnen kleine Abenteuererkundungstouren. Wenn man den Bergfried selbst aufschließen darf, ist das doch gleich ein ganz anderes Feeling. Schon die Anfahrt zur alten Spornburg ist großartig. Sie liegt hoch oberhalb des kleinen Örtchens Kollmitzgraben unweit von Raabs an der Thaya auf einem Felssporn und wird in einer Schleife von der Thaya umflossen. Man kann hier auf die beiden Türme klettern und eine kleine Ausstellung bei der Jausenstation besichtigen, in der die Geschichte der Burg sowie der Lebensweg des Kartografen Georg Matthäus Vischer nachgezeichnet wird, der im 17. Jahrhundert zahlreiche Stiche von Burgen im nördlichen Waldviertel anfertigte.

Kollmitzgraben, 3820 Raabs an der Thaya
 
 

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