Der Lainzer Tiergarten

NATUR | 4. APRIL 2017

Der Tiergarten hat eine lange Geschichte. 1561 wurde das Waldgebiet im 13. Bezirk eingezäunt und blieb fortan dem Kaiser zur Jagd vorbehalten. So gab es 800 bis 1000 Wildschweine, 80 bis 100 Rothirsche, 200 bis 250 Damhirsche, unzählige Rehe und etwa 700 Mufflons. Den besonderen Wildreichtum spürt man noch heute, schließlich begegnet man bei fast jeder Wanderung Wildschweinen, die am Wegesrand kaum Scheu zeigen. Auch Bachen mit Frischlingen sind relativ ruhig, solange man nicht näher geht als nötig. An ruhigeren Ecken des Parks kann man auch die wesentlich scheueren Hirsche und europäische Mufflons beobachten. Wer etwas weniger Geduld hat, kann das Wild auch in einem kleinen Wildgehege beim Lainzer Tor anschauen. Dort gibt es auch ein kleines Besucherzentrum, das über die Besonderheiten der Natur im Lainzer Tiergarten informiert.

Der Lainzer Tiergarten ist heute ein Europa-Schutzgebiet, in dem unter anderem 13 Fledermausarten zu finden sind. Außerdem wurde der im 17. Jahrhundert ausgerottete Auerochse zurückgezüchtet und ist hier zu finden. Zudem leben hier 94 Vogelarten, 15 Amphibien- und 39 Insektenarten.

Heute ist das Gebiet von einer 24,2 km langen Mauer umfasst, die Kaiser Joseph II. bei einem Allander Maurer namens Schlucker in Auftrag gegeben hat. Auf ihn geht das geflügelte Wort „Armer Schlucker“ zurück, da er die Mauer zu einem Sechstel des Preises der Konkurrenz anbot und die Bevölkerung befürchtete, dass er bei dem Preis bankrott gehen müsse.

Hermesvilla – Refugium für die Kaiserin

Im Zentrum des Parks, unweit des Lainzer Tors, steht die Hermesvilla, von Kaiser Franz Josef 1882-86 für seine Gattin als Refugium, mit umfangreichen Stallungen erbaut. Auch bei der Inneineinrichtung, vor allem bei den Malereien aus der griechischen Mythologie, mischte die legendäre Kaiserin Elisabeth kräftig mit, sein Ziel, die reiselustige Gattin für längere Zeit in Wien zu halten, erreichte der arme Kaiser jedoch nicht.

Tipp: jeden ersten Sonntag im Monat freier Eintritt

Lainzer Tiergarten, 1130 Wien
 

Hubertuswarte

Weiter oben am Berg befindet sich die Hubertuswarte, von der aus man über die Bäume hinweg einen tollen Blick den Park bis nach Wien hat (in den Wintermonaten ist der Aufgang gesperrt).

Der Lainzer Tiergarten hat für alle etwas im Angebot. Es gibt ruhigere Wanderwege - meiner Erfahrung nach ist es umso ruhiger, je weiter man sich vom Lainzer Tor entfernt. Es gibt einen Wald- und Naturlehrpfad. Auf die Kinder warten zudem insgesamt 6 tolle Waldspielplätze, überall auf dem Gelände verteilt.

Wildgehege

Die Wege sind abwechslungsreich, führen über weitläufige Futterwiesen oder durch den Wald, immer wieder gibt es auch tolle Stadtpanoramen, drei Jausenstationen sorgen auch für das leibliche Wohl der Wanderer.

Die Parkverwaltung bietet zudem zahlreiche Themenführungen an - besonders empfehlenswert ist die Fledermaustour.

Der Lainzer Tiergarten ist eine tolle Naturoase am Rande der Großstadt, ein Besuch lohnt sich!

Übersichtsplan MA49

Was sind deine Lieblingsorte im Lainzer Tiergarten?

 

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