Eine Zeitreise ins Mittelalter

SIGHTSEEING | 13. März 2018

Als Deutsches Schulkind kennt man sie alle. Und ich muss zugeben, ich habe sie geliebt, die Ausflüge zu den großen, alten Gemäuern, in denen einst Ritter lebten und in denen die Tourguides so viele schöne, gruselige Gespenstergeschichten erzählen konnten - oder wahlweise die Geschichten von Prinzessinnen und Prinzen, von Rittern und Königen. Und ich muss zugeben: ich liebe sie noch heute, die zahllosen Burgen und Burgruinen in Deutschland.

Und da es bald wieder auf einen kleinen Roadtrip durch Süddeutschland geht, habe ich euch heute mal die schönsten Burgen in Baden-Würtemberg und Rheinland-Pfalz zusammengestellt, die garantiert eine Reise ins Mittelalter wert sind…

Heidelberger Schloss

Das Heidelberger Schloss gehört sicher zu den bekanntesten und meistbesuchtesten Burgruinen in Deutschland, schon alleine, weil es auf der Route zahlreicher asiatischer und US-amerikanischer Reisegruppen steht. Hoch über der mittelalterlichen Altstadt von Heidelberg liegt der rötliche Bau, der der Stadt ihr markantes Aussehen verleiht. Seit 1182, als Konrad der Staufer seine Hofhaltung an den Königsstuhl verlegte, war sie Sitz des Pfalzgrafen.

1401 wurde Pfalzgraf Ruprecht III. zum Deutschen König, weshalb die Burg eine stattliche Größe erreichte und gleichzeitig zu einer Festung ausgebaut wurde. Erst mit dem Pfälzer Erbfolgekrieg nahm die Geschichte des Heidelberger Schlosses ein vorzeitiges Ende, als französische Truppen die Verteidigungsanlagen und die Türme sprengten und das Schloss somit zur Ruine machten.

Highlights einer Schlossbesichtigung sind heute das Deutsche Apothekermuseum und das „Große Fass“ aus dem Jahre 1751, das 219000 Liter Wein fasst. Es wurde allerdings in seiner Geschichte nur dreimal befüllt - es war nämlich nie dicht.

Schlosshof 1, 69117 Heidelberg
 

Burg Hohenzollern

Das Kaiserhaus der Hohenzollern nimmt seinen Ursprung auf dieser Burg südlich von Tübingen in Baden Württemberg. Die ursprüngliche Burg aus dem 13. Jahrhundert wurde 1423 vollständig zerstört. Sie wurde wieder aufgebaut und war nach dem Dreißigjährigen Krieg überwiegend im Besitz der Habsburger. Als die Truppen allerdings Ende des 18. Jahrhunderts abzogen, verfiel die Burg zusehends.

1819 entstand beim damaligen Kronprinz und späteren König Friedrich Wilhelm die Idee, die Burg Stammburg seiner Ahnen wieder aufzubauen, 1867 wurde der Bau vollendet. So entstand die heutige Burg als typisches Beispiel der Neogotik in Deutschland, in der unter anderem seit dem Zweiten Weltkrieg die Kaiserliche Krone Wilhelms II. aufbewahrt wird. Zu den weiteren Highlights gehören der Waffenrock Friedrichs des Großen, sowie die Schnupftabakdose, die ihm in der Schlacht bei Kunersdorf das Leben rettete, indem sie eine Kugel abfing.

72379 Burg Hohenzollern
 

Burg Eltz

Die romantische Hochburg im Tal der Elz bei Wieschern in der Eifel hat besonders als Instagram Motiv einige Berühmtheit erlangt. Die Burg aus dem 12. Jahrhundert ist eine der wenigen Anlagen, die niemals gewaltsam erobert werden konnten.

Die Burg befindet sich übrigens seit mehr als 800 Jahren in Familienbesitz! Die Besichtigung führt den Besucher durch die Geschichte der Familie. Zu sehen gibt es unter anderem eine Waffensammlung und die Kunstsammlung der Familie, die mehr als 500 Werke umfasst, darunter ein Tafelservice aus der Porzellanmanufaktur Augarten, Madonna mit Kind und Weintrauben von Lucas Cranach dem Älteren, sowie einige Kuriositäten, wie den Dukatenscheißer, das Ungeheuer und die Völlerei von der Trunksucht befördert.

56294 Wieschern
 

Burg Trifels

Die Burg Trifels ist sicherlich dem Namen nach eine der unbekannteren Burgen im östlichen Pfälzerwald. Doch spielten sich hier besonders zur Stauferzeit historische Ereignisse ab. Der Sage nach soll im Trifels ein Kaiser schlafen - welcher ist aufgrund verschiedener Versionen der Geschichte aber umstritten - mal ist es Friedrich II., mal Friedrich Barbarossa, mal nimmt auch Karl der Große diese Rolle ein. Der schlafende Kaiser soll als Friedenskaiser zurückkehren.

Die Burg erlangte mehrfach Bekanntheit. Richard Löwenherz soll während seiner Geiselhaft hier mehrere Wochen verbracht haben, nachdem er in Österreich festgesetzt wurde. Es flossen 35 Tonnen Silber als Lösegeld, die bis 1957 in den österreichischen Schillingmünzen gesteckt haben sollen.

Während der Stauferzeit war die Burg zwar nie dauerhafte Residenz des Kaisers. Die Burg diente jedoch nicht nur als Rückzugsraum, sondern auch als Hort der Reichsinsignien, die heute dort in Kopie zu bewundern sind. Im 20. Jahrhundert zog der Mythos auch dunkle Gestalten an. Die Nationalsozialisten ließen Turm und Palas im Stil der Zeit völlig neu erbauen und nutzen die Burg als eine ihrer trutzigen Weiheburgen.

K2 - 76829 Annweiler am Trifels
 
 

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