Die gruseligsten Orte Österreichs

SIGHTSEEING | 27. OKTOBER 2017

Das Makabere war immer schon Teil der österreichischen Kultur. Alleine über die Beziehung der Wiener zum Tod lassen sich ganze Bücher füllen, einer „schenen Leich“ wird immer eine besondere Aufmerksamkeit zugutekommen. So sind auch die Friedhöfe Wiens echte Wahrzeichen der Stadt, vom riesigen Zentralfriedhof mit seinen prominenten Toten bis zum Friedhof der Namenlosen. Als Orte der Andacht sind sie aber auch kleine Natur-Juwelen, die zu einem nachdenklichen Spaziergang einladen.

Historisch betrachtet gibt es etliche gruselige Orte in Österreich. Seien es alte Henkersstätten oder die Burg der berühmten Blutgräfin Elisabeth Báthory, die als Serienmörderin in die Geschichte einging, und den Vampir-Mythos kräftig angeheizt hat. Aber auch die Neuzeit bietet genug Horror-Stimmung, sogenannte verlassene Orte werden in kürzester Zeit dank Verfall und der Rückeroberung durch die Natur zu wahrhaft postapokalyptischen Anwesen.

Sanatorium Wienerwald – Verlassener Ort

Gruselig und verlassen, ist das ehemalige Sanatorium Wienerwald bei Feichtenbach heute ein Anziehungspunkt für alle Liebhaber verfallener Orte. Die bewegte Geschichte des Sanatoriums begann im Jahr 1904, zu den prominenten Gästen gehörten der Literat Franz Kafka und der ehemalige Bundeskanzler Ignaz Seipel. Nach dem dunklen Kapitel als „Lebensborn“-Heim während der NS-Zeit, diente es zuletzt als Hotel, seit dem Jahr 2002 steht das Gebäude ungenutzt und leer. Die fünf Etagen voll bröckelnder Wände, kaputter Möbel, leer stehender Zimmer und reichlich Müll sorgen mit postapokalyptischer Stimmung dafür, dass man sich mitten in einem Horrorfilm wähnt.

Feichtenbach 39, 2763 Feichtenbach
 

Karner von Eggenburg – Beinhaus

Im Hof der Kirche von Eggenburg gelegen, kann man sich beim Besuch des Karners einen Schauer über den Rücken abholen. Erstmals urkundlich im Jahr 1299 erwähnt, wurde der obere Teil des Karners 1792 abgerissen und das darunterliegende Beinhaus geriet in Vergessenheit, ehe es bei archäologischen Grabungen wiederentdeckt, renoviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Über eine kleine Treppe geht es hinab zu den feinsäuberlich aufgestapelten Gebeinen. Die Knochen von mehr als 5.000 Personen sorgen für ein wahrhaft einprägsames Erlebnis.

3730 Eggenburg
 
 

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Michaelergruft – Mumien in Wien

An nobler Adresse, direkt gegenüber der Wiener Hofburg, liegt einer der unheimlichsten Orte der Hauptstadt. In der Gruft unter der Michaelerkirche wurden bis ins Jahr 1784 rund 4.000 Menschen bestattet. Heute kann man die dunklen Katakomben im Rahmen einer Führung besuchen, dabei geht es durch verstaubte Gänge an zahlreichen Knochenhaufen und zerfallenen Särgen vorbei, laufende Renovierarbeiten stören die Atmosphäre kaum. Aufgrund der besonderen Luftverhältnisse in der Gruft haben sich viele Leichen mumifiziert und präsentieren sich in erstaunlich gutem Zustand, Totenkleidung inklusive.

Michaelerplatz 4, 1010 Wien
 

Friedhof der Namenlosen – Wiener Wahrzeichen

Abseits und leicht versteckt gelegen, ist der Friedhof der Namenlosen ein kleines Wiener Wahrzeichen, sogar als Kulisse für einen Hollywoodfilm („Before Sunrise“) diente der Friedhof schon. Gräber namenloser Toter finden sich hier, angespült von der naheliegenden Donau, darunter viele Selbstmörder. Während der ältere Teil heute verwildert ist, präsentiert sich der neuere Teil (der bis 1940 in Verwendung war) in gut gepflegtem Zustand. Mit seiner mystischen-romantischen Stimmung ist der Friedhof nicht nur ein Ort für Geisterliebhaber, sondern lädt auch zum Sinnieren über Leben, Natur und Vergänglichkeit ein.

Alberner Hafenzufahrtstraße, 1110 Wien
 

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