Die geheimen Seiten der Rax

SPORT | 29. SEPTEMBER 2017

Die Rax ist wohl das Wandergebiet schlechthin in Wien und Niederösterreich. An schönen Wochenenden tummeln sich nicht nur hunderte Touristen in der Nähe der Seilbahnstation, auch die bekannten Aufstiege vom Preiner Gscheid können Erinnerungen an samstägliche Besuche auf einer Einkaufsstraße aufkommen lassen. Aber es gibt sie noch, die etwas ruhigeren Ecken auf dem mächtigen Gebirgsstock.

Von Hinternaßwald aus gibt es zahlreiche Steige, die dank ihrer landschaftlichen Schönheit, die etwas längere Anfahrt vergessen machen. Und im Höllental mit seinen zahlreichen Klettersteig-Klassikern, finden sich (steile) Wege, die den Liebhabern vorbehalten bleiben. Wer einen kurzen Umweg nicht scheut, findet auch zur Einkehr zahlreiche Alternativen, zu den zu Recht gut gefüllten Berghütten am Hochplateau.

BaBioL – Beim Bio-Heurigen

Hinter dem sperrigen Namen „Bildungsakademie für Biologische Landwirtschaft“ – kurz BaBioL – verbirgt sich nicht nur ein Schulungszentrum, sondern auch eine Bio-Landwirtschaft, die an ausgewählten Terminen ihre Türen als Mostheuriger öffnet. Auf der Terrasse, mit herrlichem Blick auf die Rax und beschattet von alten Obstbäumen, oder in der Stube für alle Retrofreunde, werden ein herrlich rescher Most und intensive Fruchtsäfte ausgeschenkt. Dazu gibt es Bretteljausen aus der Region und selbstgemachte Mehlspeisen. Zu besonderen Terminen wird auch der Grill angeworfen und warme Speisen aufgetischt, natürlich in Bio-Qualität.

Grünsting 1, 2651 Reichenau an der Rax
 

Rudolfsteig und großer Kesselgraben – Selten begangene Wege

Wer die Rax abseits der Seilbahn-Massen erleben möchte, wird auf dieser Route fündig. Im Gegensatz zu den meisten Höllental-Anstiegen, handelt es sich beim Rudolfsteig um keinen Klettersteig, trotzdem sollte man ihn nicht unterschätzen. Von Anfang an geht es extrem steil bergan, rund 1.150 Höhenmeter werden auf kurzer Strecke bewältigt. Belohnt wird man mit prächtigen Einblicken von der Klobenwand hinab ins Höllental (z.B. beim malerischen Felsfenster). Oben wartet die einfache Gloggnitzer Hütte, die nur an Wochenenden geöffnet hat. Langezogen geht es danach den Kesselgraben mit seiner dichten Vegetation hinab und zurück zur Straße. Zumindest 6 Stunden Gehzeit sind einzuplanen.

2661 Schwarzau im Gebirge
 
 

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Peter Jokl-Steig – Nur für Geübte

Vergleichsweise selten begangen, stehen die Rax-Anstiege von Hinternaßwald aus, den populäreren Aufstiegen um nichts nach. Hier zeigt sich die Rax von ihrer wilden Seite und belohnt so die längere Anreise. Der Peter Jokel-Steig präsentiert sich als alpinistische Angelegenheit, Rax-typisch extrem steil im Anstieg, bietet der Steig zahlreiche versicherte Stellen durch wildes Felsgelände, ohne dass es ausgesetzt wird. Problematisch sind längere Geröll-Passagen, hier benötigt man Trittsicherheit. Aussichtspunkte laden zur Rast ein, während am Ende das Habsburghaus mit einer schönen Fernsicht wartet. Für den Abstieg empfiehlt sich der Kaisersteig.

2661 Naßwald
 

Gloggnitzer Hütte – Einfach bewirtschaftet

Abseits der üblichen Rax-Wanderwege findet sich die schön gelegene Gloggnitzer Hütte. Lohnend vor allem als Ziel für einen der alpinen Steige aus dem Höllental, oder den langen, aber schönen Anstieg durch den Kesselgraben, liegt die Hütte auf 1.548 Metern leicht abgeschieden auf einer ruhigeren Seite des Hochplateaus. Geöffnet nur an Wochenenden und Feiertagen, bietet die einfach bewirtschaftete Hütte neben Getränken und kleinen Speisen (Suppe & Co.) ihren Besuchern vor allem eines: Zuflucht vor dem Trubel des Alltags und eine Rückbesinnung auf das Wesentliche.

2661 Schwarzau im Gebirge
 

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