Die besten Klosterbrauereien Österreichs & Bayerns

Die Geschichte des Bierbrauens ist eng mit dem klösterlichen Leben verbunden. Schon im Mittelalter wurde die Kunst des Bierbrauens in den Klöstern besonders gehegt und gepflegt. Auch für die Entwicklung des Deutschen Reinheitsgebots waren die Klosterbrauereien dank der frühzeitigen Verwendung von Hopfen von Bedeutung. In der Blütezeit gab es etliche hunderte Brauereien in Bayern und Österreich, heute sind nur noch wenige übrig geblieben.

In Österreich ist die Stiftsbrauerei Schlägl die älteste noch in Betrieb befindliche geistliche Brauerei, mit Österreichs erstem Roggen-Bier sorgt sie noch heute für Innovationen. Auch die Trappistenmönche von Engelszell haben die Braukunst nach langen Jahren der Abstinenz wieder aufgenommen, kräftige Starkbiere sind ihr Markenzeichen. Das Augustiner Bräu Kloster Mülln ist zwar nur noch teilweise in der Hand von Mönchen, wer aber einmal im Gastgarten gesessen ist, weiß warum das Bier so einen guten Ruf genießt. Und dass man den Bayern mit Andechs oder Ettal in Sachen Braukunst nicht zu erzählen braucht, versteht sich wohl von selbst.

Trappistenbrauerei Stift Engelszell – Kräftiges Starkbier

Das einzige Trappistenbier Österreichs wird im Stift Engelszell im Innviertel (OÖ) gebraut. Nach jahrzehnterlanger Dürre, haben die Mönche im Jahr 2012 die alte Braukunst wieder aufgenommen. Grundsätzlich ist ein Trappistenbier ein von den Mönchen selbst gebrautes, kräftiges Starkbier. Drei verschiedene Sorten werden in Engelszell gebraut, vom hellen Spezialbier (Nivard) bis zum dunklen Trippel (Gregorius), bei dem auch Bio-Honig aus dem Stift Verwendung findet. Erhältlich sind die Biere im Online-Shop, der Klosterpforte und im gut sortierten Fachhandel. Während des Innviertler Biermärz kann man nach Voranmeldung an einer Führung durch die Brauerei teilnehmen.

Stiftstraße 6, 4090 Engelhartszell

Augustiner Bräu Kloster Mülln – Österreichs größte Biergaststätte

Die Augustiner-Brauerei gilt als eine der besten und traditionsreichsten Brauereien Österreichs. 1621 im damaligen Augustiner-Kloster gegründet, befindet sich die Brauerei heute im Besitz der Benediktiner und einer privaten Gesellschaft. Knappe zwölf Wochen dauert die Herstellung des berühmten Biers. Viel Zeit, Ruhe, Handwerk und technisches Know-how sind nötig, bevor das Bier in die traditionellen Holzfässer abgefüllt wird. Im Müllner Bräustübl, Österreichs größter Biergaststätte, kann das Augustiner gleich verkostet werden, am besten in alten Steinkrügen. Neben dem riesigen Gastgarten (1.400 Plätze) und den zahlreichen Stuben, kann man sich im „Schmankerlgang“ bei diversen Ständen eine passende Jause (Aufschnitt, Grillhenderl, Stockerlfisch, Radi,…) besorgen.

Neben dem klassischen Märzenbier, sollte man sich auch das nur saisonal erhältliche Fastenbier nicht entgehen lassen. Das nach alter klösterlicher Tradition gebraute, besonders reichhaltige Bier, ist nur in der Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostern erhältlich.

Lindhofstraße 7, 5020 Salzburg

Stiftsbrauerei Schlägl – Roggenbier und Experimente

Die einzige Stiftsbrauerei Österreichs kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Erstmalig urkundlich im Jahre 1580 erwähnt, wurde die gesamte Bierproduktion 1954 nach außerhalb des Stiftes verlegt. Neben den beiden Hauptmarken – Urquell-Märzen und Kristall-Spezial – setzt man auf eine geschmackliche Vielfalt. Österreichs erstes Roggen-Bier findet ebenso Platz wie die Abtei-Biere, in begrenzten Mengen produzierte Spezial-Biere, bei denen alte Tradition auf Experimentierfreude trifft. Nach vorheriger Anmeldung ist auch eine Besichtigung der Klosterbrauerei möglich, ein spannender Einblick in eine 400-jährige Tradition, die auch mit einer Multimedia-Installation und einer Verkostung aufwarten kann.

Schlägl 1, 4160 Schlägl

Klosterbrauerei Andechs – Dunkles Doppelbock

Die größte und wohl berühmteste Klosterbrauerei Deutschlands befindet sich in Andechs, am „Heiligen Berg“. Schon seit dem Jahr 1455 wird hier nach alter Tradition Bier gebraut. Bekannt und begehrt ist das Andechser Doppelbock Dunkel. Das ganze Jahr über erhältlich, zeichnet es sich durch einen kernigen Geschmack mit einer angenehmen Süße aus. Führungen durch die Produktionsanlagen sind nach Voranmeldung möglich. Aber auch das Andechser Braustüberl ist einen Besuch wert. Auf der gemütlichen Terrasse und in den urigen Stuben schmeckt das Klosterbier vorzüglich. Wer nicht gleich selbst eine Jause mit hat, findet auch klassische Bayrische Schmankerl im Angebot, von der Schweinshaxe, diversen Würsten bis hin zum Leberkäse.

Bergstraße 2, 82346 Andechs

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