Die letzten Wiener Wirte

ESSEN & TRINKEN | 25. Januar 2018

Das Beisl gehört zu Wien wie das Kaffeehaus oder der Stephansdom. Als rustikalere und gemütlichere Variante des Wirtshauses, herrscht hier eine quasi egalitäre Gesellschaft vor. Mit viel Patina ausgestattet, ist es oftmals ein zweites Wohnzimmer für seine treuen Gäste. Auch wenn es längst die Gattung des Edelbeisls gibt, ist das Beisl so wie wir es kennen ein Ort für den Alltag. Die Küche liefert passend dazu traditionelle und bodenständige Gerichte.

Hier wird noch das Einfache zur Vollendung gebracht, egal ob es sich um ein gekochtes Rindfleisch oder das Panierte in seiner ganzen Vielfalt handelt. Weit entfernt von mageren Zeiten, wird selbst das Gemüse in Einbrenn serviert, ganz zu schweigen von den reichhaltigen Nachspeisen der Wiener Küche. Und auch die Trinkkultur ist Teil des Beisllebens, egal ob es sich um ein frisch gezapftes Bier handelt oder doch ein Achterl sein darf (wobei in Sachen Wein in den letzten Jahren eine Veränderung zum Positiven eintrat).

Wratschko

Eines der letzten echten Wiener Beisl. Hier ist alles originalgetreu: rustikale Holztische, nostalgische Schank und abblätternde Wandfarbe. Die Küche liefert dazu klassische Hausmannskost mit leichten Einsprengseln moderner Gerichte. Klassiker sind die Faschierten Laibchen mit frisch gestampften Erdäpfelpüree, schön mollig und mit kleinen Stücken. Von der Lamm-Lasagne bis zum klassischen Spargel mit Sauce Hollandaise, werden alle Gerichte frisch zubereitet, ganz ohne Fertig- und TK-Ware, folglich kann es zu Wartezeit kommen, die aber immer belohnt wird.

Neustiftgasse 51, 1070 Wien
 

Reinthaler

Eine der letzten Möglichkeiten um in der Wiener Innenstadt authentische Wirtshaus-Kultur zu erfahren. Wer die Stufen runter in die Gaststube nimmt, betritt eine längst vergangene Welt. Von der Holzvertäfelung bis zum Plastiktischtuch, hier steht die Zeit still. Auch die Küche setzt auf Wiener Klassiker, schnörkellos und ohne Experimente, und das zu einem Preis, wie man ihn in der näheren Umgebung sonst nicht findet. Das gekochte Rindfleisch kommt mit Dillfisolen und Erdäpfelschmarrn einher, das sämige Kalbsgulasch mit Nockerln und die Fleischknödel sind hausgemacht. Auch eher seltene Gäste wie die gefüllte Schweinsbrust finden Platz auf der Karte.

Gluckgasse 5, 1010 Wien
 
 

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Gasthaus Kopp

Das Kopp ist eine echte Wiener Gasthaus-Institution. Egal ob Einrichtung, Kellner oder Küchendunst, hier ist alles echt und original. Immer gut besucht, hat es beim Kopp Tradition, dass man sich seinen Tisch mit anderen Gästen teilen muss. Die umfangreiche Karte deckt die klassische Wiener Küche ab, vom Schnitzel über gekochtes Rindfleisch bis hin zum Gebackenen in seiner ganzen Vielfalt (Fisch, Leber, Leberkäse-Cordon Bleu). Es schmeckt nicht nur so wie „früher“, auch Portionsgröße und Preis scheinen aus einem vergangenen Jahrzehnt zu stammen.

Engerthstraße 104, 1200 Wien
 

Herzog`s Wirtshaus

Ein typisches Alt-Wiener Wirtshaus, wie es nur noch selten anzutreffen ist. Nostalgisch und doch gepflegt, präsentiert sich der mit viel altem Holz ausgestattete und gemütliche Gastraum höchst charmant. Das freundliche und zuvorkommende Service serviert dazu eine Küche, die sich der klassischen gutbürgerlichen Tradition verschrieben hat. Die Rindssuppe mit Frittaten kommt kräftig im Geschmack einher, der Spargel mit Sauce Hollandaise herrlich buttrig und auch der zarte Maibock weiß mit seiner molligen Retro-Sauce zu begeistern.

Sechshauser Straße 120, 1150 Wien
 

Weitere Tipps

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