Der Dritte Mann

SIGHTSEEING | 24. April 2018

Kaum ein anderer Film wird so sehr mit Wien verbunden wie der Film von Carol Reed aus dem Jahr 1949. Im Dritten Mann sind alle auf der Jagd nach Harry Lime. Sein Freund Holly Martins kommt als abgebrannter Autor von Wildwestromanen nach Wien, um ein Jobangebot von Lime anzunehmen. Doch als er in Wien ankommt, erfährt er, dass Lime bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Martins begibt sich auf die Spuren des ehemaligen Freundes und trifft nicht nur auf die Geliebte von Lime, sondern er erfährt auch, dass Lime mit gestohlenem Penicillin auf dem Schwarzmarkt gehandelt hat.

Mal ehrlich - wem klingt jetzt nicht die Zither von Anton Karas im Ohr - auch wenn ihm die Handlung des Films gar nicht mehr so im Kopf ist?

Palais Pallavicini

Als Holly Martins in Wien ankommt, steuert er als Erstes die Wohnung seines Jugendfreundes an und erfährt dort, dass er kurz zuvor verstorben ist. Drehort für die Außenaufnahmen war das Palais Pallavicini - direkt gegenüber der Nationalbibliothek am Josefsplatz im Ersten Bezirk. Das barocke Palais ist das Hauptwerk von Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg. 1873 wurde es dann vom neuen Hausherren Markgraf Alexander Pallavicini im Stile des Historismus umgestaltet. Im Palais ist unter anderem seit 1919 die renomierte Tanzschule Ellmayer beheimatet.

Die Fassade diente mit ihren dekorativen Fassadenfiguren als prunkvolles Entree für Limes Wohnung. Unweit soll der auch überfahren worden sein. Martins geht von hier aus seinen Recherchen zum Leben seines Freundes nach.

Josefsplatz 5, 1010 Wien
 

Wiener Zentralfriedhof

Holly Martins kommt gerade rechtzeitig zum Begräbnis seines Freundes. Das findet am Wiener Zentralfriedhof statt. Einige der Gräber der Sequenz sind noch bis heute erhalten, so dass man den Ort von Limes Bestattung in der Gruppe 42A Reihe 14 lokalisieren kann. Dort liegt direkt neben der Familie Eichinger der Ort des Begräbnisses - allerdings gibt es dort keine Grabstätte sondern einen Weg, auf dem das Grab lokalisiert wurde.

Tor 2, 1110 Wien
 

Wiener Riesenrad

Als der Film 1948 gedreht wurde, galt das Wiener Riesenrad als Zeichen des Wiederaufbaus. Nachdem sämtliche Gondeln im Krieg abbrannten, war es 1947 wieder eröffnet worden - allerdings nur mit der hälfte der Gondeln - und so ist es bis heute geblieben. Für das Aufeinandertreffen von Lime und Martins konnte man entsprechend kaum einen symbolträchtigeren Ort aussuchen. Beide reden in der Gondel und Martins erfährt die ganze Wahrheit über das Leben seines Freundes.


Riesenradplatz, 1020 Wien
 

3. Mann Tour

Eine der wohl legendärsten Szenen des Films spielt im Wiener Untergrund. Holly Martins erfährt von den Machenschaften Limes als illegalem Penicillinverkäufer. In einem Kinderspital sieht er die Opfer von Limes Machenschaften. Er willigt ein, Lime in ein Kaffeehaus zu locken. Doch der bekommt Wind davon und flüchtet in die weit verzweigte Kanalisation.

Die Verfolgungsjagd gehört zu den wohl bekanntesten Szenen des Films - es ist kaum zu glauben, dass nur durch geschickte Kameraeinstellungen der Eindruck entstand, dass man in der gesamten Wiener Kanalisation filmte. Mit der „3rd Man Tour“ des Teams von Wien Kanal steigt man mit einem Kanalarbeiter über die originale Filmtreppe hinab ins Reich des Harry Lime. Neben Infos zum Film erfährt man viel über die Arbeit der Kanalarbeiter in Wien und als Höhepunkt geht es dann bis hinab auf das Niveau des Wienflusses, der im 19. Jahrhundert vollständig überbaut wurde.

Giradipark, 1010 Wien
Eintritt 10€, Führungen finden von Mai bis Oktober Do - So zwischen 10 und 19 Uhr immer zur vollen Stunde statt
Anmeldung unter drittemanntour.at unbedingt notwendig
 

Das Dritte Mann Museum

Direkt beim Naschmarkt existiert das einzige Museum der Welt, das sich mit einem einzigen Film beschäftigt. Auf 400 Quadratmetern und in 14 Räumen wird nicht nur die Geschichte des Films und seiner Schauspieler, sondern auch die Geschichte des Nachkriegswiens erzählt, dessen Flair den Film so besonders macht. Unter anderem wird das Originaldrehbuch des Schauspielers Trevor Howard gezeigt mit handschriftlichen Notizen. Gezeigt wird auch die Originalzither von Anton Karas, auf der er die Filmmusik einspielte. Das privat geführte Museum ist einzigartig und enthält auch die Nachlässe einzelner Schauspieler und Dokumentationen zu beteiligten Künstlern.

Pressgasse 25, 1040 Wien
Samstags 14 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt Erwachsene 8,90€
 

Burgkino

Da der Film bis heute zu den Klassikern der Filmgeschichte gehört, wird er bis heute Dienstags um 16.30 Uhr im traditionsreichen Burgkino unweit der Wiener Hofburg in der Originalversion gezeigt.

Das ehemalige Kreuzkino am Opernring besteht seit 1912. Es war eines der ersten Kinos in Wien, die schon in der Zwischenkriegszeit die Filme in ihrer Originalversion gezeigt haben. Das Programm dort ist immer noch zwischen Blockbustern im Original und Arthouse Kino angesiedelt. Es besteht heute aus zwei Sälen, dem großen Saal mit Balkonraum (290 Sitzplätze) und dem Studio (73 Sitzplätze). Besonderes Highlight: Hier werden nur Originalversionen gespielt.

Opernring 19, 1010 Wien
 
 

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